Reparatur MFJ-259

Sven Freitag DL3SVN
23. März 2016
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Der MFJ-259 ist ein SWR- und Impedanzmessgerät für 1.8-174 MHz durchgängig, welcher sich in unserem DARC-Ortsverband befindet und leihweise genutzt werden kann. Nachdem das Voltcraft-Netzteil eines Tages von mir repariert wurde (Trafo brummte, Kabelbruch hinter dem Netzteil), war nun der Analyzer selbst dran.

Grund war ein Fehler im Tune-Element, was sich darin bemerkbar machte, dass die Frequenzanzeige nur noch 0.000.000 anzeigte und sowohl das SWR- als auch das Impedanzmessgerät ausfielen. Leichtes Drücken des Abstimmknopfes zum Display hin führte zur normalen Funktion, aber nur solange "gedrückt" wurde.

Nach Lösen der Seitenschrauben lässt sich der hintere Deckel entfernen, an die HF-Buchsen und Taster ist gut rankommen. Und zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass man die Büchse wohl mit 8 AA-Bakterien betreiben konnte. Genau diesen Bonus hatte ich bisher bei Außeneinsätzen vermisst!

Zerlegter MFJ

Bevor ich mit der Reparatur begann, hoffte ich, die Abstimmung würde durch einen Drehgeber oder 10-Gang-Poti erfolgen, welchen ich einfach tauschen könnte. Denkste: Die Abstimmung erfolgt durch einen kleinen Drehko!

Seitenansicht Drehko

Mein erster Gedanke war: Mift, Plattenschluss. Doch nach mühevoller Zerlegung, sodass ich besser an jenen heran kam, offenbarte, dass die Lötstellen für den Stator leichte Risse hatte, ein Nachlöten hatten jedoch keinen Erfolg. Ich stellte jedoch fest, dass ein Metallstift, der die beiden Stator-Anschlüsse miteinander verbindet, nur wenige µm Abstand zur metallischen Drehko-Wanne, welche an Masse liegt, hatte und somit Stator und Masse galvanisch verbunden hatte. Das anfangs erwähnte leichte Drücken beseitigte den Schluss.

Detailansicht Drehko
Detailansicht: Metallstift vom Stator liegt an Masse, gerissene Lötstelle

Der Stift wurde mittels Seitenschneider gekürzt und die Kontaktstelle mit meinem Miniaturlötkolben neu verlötet, woraufhin der Fehler nicht mehr auftrat.

Hein Löt
30W-Pollin-Löte mit verätztem/durchgebrannter(?) Spitze
(nur 50 Betriebsstunden, jedoch hatte die Spitze auch Messing löten müssen)

Zudem musste ich feststellen, dass der Transistor Q5 im Betrieb recht warm wird. Da die Schaltung jedoch funktioniert und ich das Gerät nicht weiter verschlimmbessern wollte, bekam die Transe einen Kühlstern als Krone, um einen möglichen Hitzetot zu verhindern.

Detailansicht Platine

Der Zusammenbau stellte sich als leichter heraus. Zum Abschluss habe ich der Büchse noch frische Alkali-Zellen verpasst. Diese wurden, um beim möglichen Auslaufen die Platine nicht zu versiffen, vorher in Schrumpfschlauch gesteckt. Den Stromverbrauch habe ich noch nicht gemessen, ich gehe allerdings nicht davon aus, dass jene lange halten werden (wird sich zeigen).

MFJ-259 repariert

Die Reparatur hat mit Anfertigen der Bilder und Anheizen von Hein Löt etwa 1 Stunde beansprucht.